Der Männerkochklub – Maria Hilf

Das Abschiedsfest für einen Gemeindereferenten war am 24.August 2003 in vollem Gange, als nach der sechsten Festbratwurst ein männliches Gemeindemitglied von der „hohen Kunst des abwechslungsreichen Kochens“ und ein wenig von männlicher Emanzipation in der hei-mischen Küche träumte. Dann die zündende Idee: Wir gründen einen Männerkochklub, nur für Männer aus unserer Kirchengemeinde und nur für Anfänger! Im Nu waren 10 mutige Männer unterschiedlichster Profession und im Alter von 33 – 60 Jahren zusammen getrommelt.
Seit 2003 kochen nun die Männer jeden Monat einmal nach sorgfältig ausgewählten Rezepten ein solides Menü und dazu gibt es gratis vier Stunden des Abschaltens von Smartphone und vom hektischen Berufsalltag, dafür gepflegte Unterhaltung über Gott, Kirche und Welt und viel entspanntes Lachen bei handwerklich sinnvollem Tun in freundschaftlicher Atmosphäre. Bei besonderen Veranstaltungen der Kirchengemeinde – auch Bischof Dr. Bode hat schon einen Blick in unsere Küche geworfen – wird ebenso gekocht, wie einmal jährlich zu einem festlichen Damenessen eingeladen wird. Bei den ökumenischen Gemeindefesten in unserem Stadtteil ist der Kochklub in der Regel mit einem eigenen Stand vertreten.

Auf Einladung der Stadtwerke Osnabrück erprobte und demonstrierte der Kochklub energie-sparendes Kochen. Sein 10-jähriges Bestehen feierte der Kochklub mit einer Hl. Messe mit anschließendem sommerlichen Begegnungsabend zu dem bei Speis und Trank die gesamten Kirchengemeinde eingeladen war, einer Informationsreihe zum Thema Speisevorschriften im Judentum und Islam mit Besichtigungen von Synagoge und Moschee sowie einem abschlie-ßenden Festgottesdienst mit dem Generalvikar unseres Bistums Theo Paul.

Die Kochbrigade, die in ihrem Kochdress (weiße Jacke, weinrote Schürze) nach 15 Jahren nicht nur in unserer Kirchengemeinde gut bekannt ist, sondern von Anfang an auch in der Küche der Wärmestube für Wohnungslose in Osnabrück gerne gesehen ist, wenn sie jedes Jahr ehrenamtlich und in Eigenregie für bis zu 70 hilfsbedürftige Mitbürgerinnen und Mitbürger kocht. „Wir wollen als praktizierende Christen nicht nur im Tischgebet an die Hilfsbedürftigen der Welt denken und für sie beten, sondern mit unseren bescheidenen Möglichkeiten, mindestens einmal jährlich, vor Ort konkret helfen.“ Diese jährliche Aktion erfuhr wiederholt eine große positive Resonanz in der Neuen Osnabrücker Zeitung, im Kirchenboten des Bistums und bei Radio Niedersachsen.