März 2019

Unsere Alltagshelden – ein Interview mit den beiden Freiwilligen der Kita St. Christophorus

Anne Postberg (20 Jahre alt) und Franziska Hengelbrock (16 Jahre alt) kommen beide aus Voxtrup und haben im August 2018 ihren Freiwilligendienst in der Kita St. Christophorus gestartet. Interview: Christina Wendtland

 

Welche Gedanken gingen euch vor dem Start des Freiwilligendienstes durch den Kopf?

Franziska: Was kommt auf mich zu? Welche Aufgaben werde ich haben? Was werden meine Stärken und Schwächen sein? Wie werde ich mich persönlich ändern? Wie wird das auf mich wirken?
Anne: Es war gut, vorher zum Hospitieren da zu sein, dann wusste man schon ein bisschen, wie es wird.

Wie war euer erster Tag?

Anne: Spannend, weil es viel Neues gab.
Franziska: Es hat Spaß gemacht, war sehr gut. Ich habe mich mit meiner Gruppe direkt gut verstanden. Ich konnte leider aber nicht sofort alle Namen (lacht). Die musste ich lernen, aber das ging recht schnell. Anne hatte ja mit mir zusammen den ersten Tag, dann war ich nicht allein.
Anne: Ich finde auch gut, dass wir hier zwei Freiwillige sind. Wir haben uns auch gut angefreundet.
Franziska: Ja!

Wie war der Übergang von der Schule in den Arbeitsalltag einer Kita?

Anne: Bis 16:00 Uhr nachmittags zu arbeiten war schon lange, aber ich bin da ganz gut rein gekommen.
Franziska: Ich fand es entspannter als Schule. Zwar schon länger, aber man gewöhnt sich daran.

Was gefällt euch an eurem Freiwilligendienst?

Franziska: Bei mir ist nichts, was mir nicht gefällt. Schon alleine, wenn man nicht so einen guten Tag hat und die gute Laune der Kinder einen direkt ansteckt, wenn sie mich fröhlich begrüßen.
Anne: Manchmal kommen sie schon morgens auf dem Flur auf mich zu gerannt und rufen „Hallo Anne!“ (lacht)

Wie sieht ein typischer Tagesablauf für euch aus?

Franziska: Wir begleiten die Kinder durch den ganzen Tag. Angefangen beim Frühdienst, dann die Bringphase bis zum Morgenkreis. Danach frühstücken die Kinder, gehen turnen oder nehmen an Angeboten teil. Wir essen auch mit den Kindern mittags und ich gehe mit den Kindern zum Mittagsschlaf und wecke sie später wieder.
Anne: Wir sind eigentlich überall dabei, begleiten die Kinder, helfen ihnen und spielen mit ihnen. Am Maltisch, auf dem Bauplatz, spielen Spiele…

Wie seht ihr eure Rolle im Kita-Team?

Franziska: Wir wurden sofort gut aufgenommen und überall mit einbezogen. Nicht nur als Freiwillige, sondern als echte Mitarbeiterin. Mir wird viel zugetraut und ich darf auch Aufgaben alleine übernehmen. Aber mir wurde auch Zeit gelassen. Zum Beispiel beim Wickeln. Meine Anleiterin sagte, ich darf das nach der Eingewöhnungszeit der Kinder machen, wenn ich möchte. Und dann habe ich mir das angeguckt und bin irgendwann selbst auf sie zugegangen und habe gesagt, ich möchte das auch.

Anne: Ich finde auch, wir wurden total gut aufgenommen. Vor Weihnachten war das Team ja Bowlen, da war ich leider krank. Beim Weihnachtsessen sind wir auch dabei und bald gehen wir zusammen zu einem Comedyauftritt. Ich finde total gut, dass wir so einbezogen werden.
Franziska: Das Bowlen hat sehr viel Spaß gemacht! Ich finde es gut, mit dem Team außerhalb der Arbeit was gemacht zu haben, da konnten wir uns noch mehr kennen lernen!
Anne: Bei der großen Dienstbesprechung sind wir seit Januar mit dabei. Wir haben auch schon zweimal an der kollegialen Beratung des Teams zur Fallbesprechung teilgenommen. Das war sehr spannend! Und wir sind von Anfang an in den Dienstbesprechungen unserer Gruppenteams dabei. Da können wir mit Angebote planen und die Arbeit der Gruppe reflektieren.

Was waren bislang eure schönsten Erlebnisse?

Anne: Ich fand die Ausflüge in den Wald im Sommer toll. Da waren wir viel unterwegs.
Franziska: Ich finde spannend, zu sehen, wie die Kinder sich entwickelt haben. Gerade unsere jüngsten zweijährigen Kinder, da kann man das ganz toll sehen!
Anne: Ja, das stimmt! Und was auch noch witzig ist, wenn Ferien waren, kann man sehen, wie die Kinder gewachsen sind! (lacht) Was ich auch toll finde, ist, dass ich bei den Wortgottesdiensten und an St. Martin in unserem kleinen Orchester Gitarre gespielt habe und mich so einbringen konnte.
Franziska: Ich habe auch eine feste Aufgabe bei den Festen und Wortgottesdiensten. Ich mache immer die Fotos!
Anne: Ich durfte auch schon mit zum heilpädagogischen Reiten. Dahin fährt unsere Heilpädagogin mit den Integrationskindern. Das war schön!
Franziska: Das möchte ich auch noch machen!

Was habt ihr für die zweite Hälfte eures Freiwilligendienstes noch vor?

Franziska: Einfach jeden Tag genießen. Und ich habe mich zu einer Fortbildung angemeldet: „Was Kinder stark macht!“
Anne: Ich möchte mir auch noch eine Fortbildung heraussuchen.

Was habt ihr im Freiwilligendienst bislang (über euch) gelernt?

Anne: Dass ich auch mal laut werden kann und mich durchsetzen kann, wenn es notwendig ist.

Wem würdet ihr einen Freiwilligendienst in der Kita empfehlen?

Anne: Auf jeden Fall sollte man Lust haben, sich mit Kindern zu beschäftigen! Und einen Draht zu Kindern haben. Und wenn man wissen möchte, ob ein Job in diesem Bereich das Richtige für einen ist.

Wisst ihr schon, wie es nach dem Freiwilligendienst für euch beruflich weiter geht?

Anne: Ja, ich habe einen Ausbildungsplatz zur technischen Produktdesignerin hier in Osnabrück.
Franziska: Ich möchte entweder Erzieherin oder tiermedizinische Fachangestellte werden. Habe mich auch schon beworben und warte noch auf Rückmeldungen.

Vielen Dank für das Interview!

In allen 5 Kitas der Pfarrei St. Joseph sind ab August Stellen für den Freiwilligendienst in Kooperation mit dem Bistum Osnabrück frei. Ausführliche Informationen gibt es unter www.alltagshelden-gesucht.de und direkt in den Kindertagesstätten.


Foto Bildunterschrift:
Unsere Alltagshelden: Franziska Hengelbrock (links) und Anne Postberg (rechts)